Die Marke Audi. Wie alles begann.

Wer die vier ineinander verschlungenen Ringe des Markenherstellers sieht, der weiß sofort: Hier handelt es sich um einen Audi. Kaum einer jedoch weiß, woher die vier Ringe eigentlich kommen. Sie sind ein historisches Indiz für einen Zusammenschluss, der bereits im Jahr 1932 erfolgt ist. Damals schlossen sich vier Kraftfahrzeughersteller zusammen: Wanderer, Horch, DKW und Audi. Über 30 Jahre später stand die nächste Fusion an: 1969 verschmolzen die NSU Motorenwerke AG mit der Auto Union GmbH. Weitere spannende Details der Firmenhistorie und einen Schwenk zu den Modellen des Herstellers verspricht dieser Beitrag.


Die vier in sich verschlungenen Ringe der Marke Audi haben eine lange Historie. Sie stehen für die vier Firmen, aus denen Audi einst entstanden ist.

Aus Horch wurde sehr schnell Audi

Im Jahr 1899 gründete August Horch das gleichnamige Unternehmen. Praktische Erfahrungen im Fahrzeugbau hatte der Ingenieur bei keinem geringeren als Carl Benz machen können. Zunächst ansässig in Köln, dann in Zwickau läutete August Horch bereits zehn Jahre nach der Gründung das Ende „seiner“ Firma ein – und agierte fortan unter dem Namen „Audi“. Der Grund für die Umfirmierung war bürokratischer Natur, denn Horch durfte aus wettbewerbsrechtlichen Gründen seinen Namen nicht als Firmennamen führen. Folglich wich Horch auf die lateinische Übersetzung seines Namens aus: „audi“ heißt im Lateinischen nämlich „horch“. Deswegen finden Interessierte, die einen Oldtimer kaufen möchten und sich bei Anbietern wie Classic Trader umschauen häufig auch noch Horch Modelle, die allerdings nach 1909 nicht mehr unter der Leitung von August Horch entstanden. Dieser wandte sich neuem zu – so wurden 1910 die Audi Automobilwerke gegründet. Firmensitz: Zwickau.

Wer in den Geschichtsbüchern kramt oder einen Blick in die Audi-Firmenhistorie wirft, findet diese Details über die anderen Audi-Kreise heraus:

  • Wanderer. Hinter dem Markennamen Wanderer verbargen sich Richard Adolf Jaenicke und Johann Baptist Winklhofer, die eigentlich Zweiräder reparierten und herstellten bevor sie die Produktion eines Autos umsetzen.
  • DKW. Der Markenname DKW geht auf den Dampfkraftwagen, kurz: DKW, zurück, den Jörgen Skafte Rasmussen sich unter dieser Bezeichnung einst schützen ließ. Aus der Motorradproduktion wurde die Fertigung von DKW Kleinwagen. Und aus Rasmussen & Ernst, dem Gründungsnamen aus dem Jahr 1902, wurden die Zschopauer Motorenwerke.
  • Auto Union AG. Die Fusion im Jahr 1932 sollte weitreichende Folgen haben. Initiiert von der Sächsischen Staatsbank schlossen sich DKW, die Horch- und Audiwerke zusammen. Mit Wanderer wurde ein Pachtvertrag geschlossen. Zur Gründung der Auto Union AG stand bereits fest, dass die vier ineinander verschlungenen Zeichen das Markensymbol werden sollten. Zu dieser Zeit wurden die Markenbezeichnungen jedoch noch einzeln geführt.
  • Auto Union GmbH. Die Enteignung der Auto Union AG in der Sowjetischen Besatzungszone nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte eine Abwanderung führender Mitarbeiter zur Folge. Nur vier Jahre später gründeten sie im bayerischen Ingolstadt die Auto Union GmbH – inklusive den bereits bekannten vier Ringen als Markenzeichen. Im Jahr 1965 kam der erste Viertakter auf den Markt und verdrängte sukzessive auch noch das letzte DKW-Zweitakter-Modell. Ebenfalls in diesem Jahr fand der Anschluss an den Volkswagen-Konzern statt.

Die Hall of Fame der Audi-Modelle

Dieser alte Motorblock mit der Inschrift „Audi Zwickau“ erinnert an frühere Zeiten.

Der Siegeszug der vier Ringe begann im Jahr 1965 mit dem Audi 72. Im Folgejahr kam der Variant des Audi 72 auf den Markt. Ab 1968 konnten Audifans mit dem Audi Super 90und dem Audi Super 100über die Straßen cruisen. 1969 kam der Audi 75 Variantauf den Markt. In den folgenden Jahren liefen laut Auto, Motor und Sport-Redaktion diese Modelle vom Band:

  • 1971: Audi 60, Audi 100 Coupé S
  • 1972: Audi 80
  • 1973: Audi 80
  • 1974: Audi 50
  • 1977: Audi 80, Audi 100
  • 1978: Audi 100 Avant
  • 1979: Audi 200
  • 1980: Audi Quattro
  • 1982: Audi 200, Audi Coupé, Audi Quattro
  • 1983: Audi 100
  • 1984: Audi Sport Quattro
  • 1988: Audi V8
  • 1989: Audi 100 Avant, Audi Coupé

Weitere Modelle wie der Audi 200, der Audi 90, der Audi 80 und der Audi 100 Avant (Quattro) folgten.

  • 1991: Audi Cabrio
  • 1993: Audi RS 2 Avant
  • 1996: Audi S8
  • 1998: Audi S8, Audi TT
  • 1999: Audi RS 4 Avant, Audi A2

Weitere Modelle wie der Audi A6 Allroad, der Audi A3 Sportback, der Audi S8, das Audi RS4 Cabrio, der Audi RS4, der Audi S3, der Audi TT Roadster, der Audi S3 Sportback, der Audi RS6 Avant, der Audi RS6 und das Audi S5 Cabrio folgten.

  • 2006: Audi Q7
  • 2007: Audi A5, Audi R8

Weitere Modelle wie das Audi A5 Cabrio, das Audi A3 Cabrio, der Audi R8 V10, der Audi A4 Allroad Quattro, der Audi TTS und der der Audi S5 folgten.

  • 2010: Audi R8 Spyder, Audi A8, Audi A1, Audi RS5

Der Audi R8 Sportwagen ist ein Modell für sportliche Fahrer. Doch auch die älteren Modelle haben ihren Reiz.

In der Hitliste der beliebtesten Audi-Modellle rangieren übrigens der Audi A4 und der Audi S4 ganz vorne. Auch die Modelle Audi A6 und Audi S6 sowie der Audi A3 Sportback erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Wer mit dem Gedanken spielt, einen Oldtimer von Audi zu kaufen, kann nun recht leicht einordnen, in welchem Teil der Firmenhistorie dieser erbaut wurde.

Abbildung 1: pixabay.com © webandi(CC0 Public Domain)

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